Nachhaltigkeitswissenschaften
Angesichts globaler Herausforderungen wie beispielsweise Schutz des Klimas und der Umwelt, Sicherstellung der Versorgung mit Energie und Wasser, Innovationen bei Schlüsseltechnologien, internationale Wettbewerbsfähigkeit oder auch Gerechtigkeitsfragen hat sich das inter- und transdisziplinäre Forschungsfeld der Nachhaltigkeitswissenschaften weltweit etabliert. Die thematische Spanne dokumentieren die von den Vereinten Nationen verabschiedeten und weithin anerkannten Ziele Nachhaltiger Entwicklung („Sustainable Development Goals“, kurz: SDGs). Unter dem Begriff der Nachhaltigkeitswissenschaften haben sich trans- und interdisziplinäre Forschungsformen etabliert, die eine Ausrichtung an den Zielen Nachhaltiger Entwicklung teilen. Hierbei hat sich aus verschiedenen Richtungen die Notwendigkeit ergeben, die ingenieur- und naturwissenschaftliche Lösungssuche stärker vor dem Hintergrund der sozialen Einbettung von Technik zu betrachten. So hat die Analyse von Innovationsprozessen und der Technikdiffusion die Erkenntnis des „social shaping of technology“ deutlich gemacht.
Aus diesem Grund integrieren die Nachhaltigkeitswissenschaften mehrere Wissenschafts- und Forschungszweige, um Erkenntnisse für gesellschaftliche, sozio-ökonomische, ingenieur- (bzw. technik-) und naturwissenschaftliche Herausforderungen zu gewinnen. Hierbei besteht ein wesentlicher Anspruch darin, einzelne Problemlagen nicht aus disziplinär getrennten Perspektiven zu betrachten. Erst dieser integrierende Blick auf die zu bearbeitenden Probleme erlaubt gegenstandsangemessene Komplexität. Ziel ist es, die verschiedenen Aus- und Wechselwirkungen einerseits, aber auch die Einflüsse beteiligter und interessierter Akteure zu verdeutlichen. Hierbei geht es gesamthaft um das komplexe Wirkungsgefüge von Umwelt und Gesellschaft. Dieser gemeinsame Hintergrund ist der Ausgangspunkt einer überwiegend angewandten und praxisbezogenen Forschung über und für eine Nachhaltige Entwicklung.